Besinnliche Neujahrsrede an den Drei Steinen
Traditionell trafen sich am Neujahrsmorgen zahlreiche Wanderinnen und Wanderer an der Totengedenkstätte „Drei Steine“, um gemeinsam in das Jahr 2026 zu starten. Der 1. Vorsitzende des TV Trennfurt Horst Heuss hielt dort seine diesjährige Neujahrsrede – eine eindringliche Betrachtung über Zeit, Hektik und die verlorene Kunst der Ruhe.
Heuss blickte zunächst auf das vergangene Jahr zurück, das „wieder an uns vorbeigerast“ sei. Viele hätten sich vorgenommen, bewusster zu leben, doch die Realität aus Terminen, Verpflichtungen und ständiger Erreichbarkeit lasse oft wenig Raum für echte Besinnung. Besonders kritisch beleuchtete er die Rolle moderner Medien, die selbst in Momenten der Stille Unruhe erzeugten. „Ein kleines Gerät sorgt dafür, dass wir sofort in Unruhe geraten, wenn es tönt oder wackelt“, so Heuss.
Ein zentrales Motiv seiner Rede war die Frage, warum es Menschen heute so schwerfällt, Ruhe zuzulassen. Heuss erinnerte an frühere Zeiten, in denen Advent und Feiertage stärker von Besinnlichkeit geprägt waren. Heute hingegen dominierten Konsum, Termine und der Druck, ständig präsent zu sein. Gedichte von Roman Herbert, Christa Kluge und Fred Ammon unterstrichen seine Gedanken literarisch und gaben der Rede eine nachdenkliche Tiefe.
Ein besonders emotionaler Moment war das Totengedenken. Heuss verlas die Namen der im Jahr 2025 verstorbenen Vereinsmitglieder, darunter langjährige Weggefährten und ein Ehrenmitglied. „Jeder hat seine Spuren hinterlassen“, betonte er und bat die Anwesenden, während eines Musikstücks an die Verstorbenen zu denken.
Im weiteren Verlauf sprach Heuss über die Herausforderungen verschiedener Generationen. Während ältere Menschen oft das Gefühl hätten, ihnen laufe die Zeit davon, stünden junge Familien unter dem Druck, Kindern „alles bieten“ zu müssen. Er plädierte dafür, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen, weniger zu vergleichen und bewusster Pausen zuzulassen. „Wer schafft es heute noch, einfach spazieren zu gehen, damit er zur Ruhe kommt“, fragte er in die Runde.
Zum Abschluss rief Heuss dazu auf, sich für 2026 konkrete Vorsätze für mehr Ruhe und Entspannung zu setzen. Er wünschte allen Anwesenden ein gutes neues Jahr, persönliches Glück und die Fähigkeit, „Zeit und Ruhe zu finden“. Dankesworte an den Musikzug, die Helferinnen und Helfer sowie eine Einladung zum Winterfeuer am 3. Januar rundeten die Veranstaltung ab.
Mit einem letzten Gedicht über den Wert der Zeit endete die feierliche Zusammenkunft an den „Drei Steinen“ – ein Moment der Besinnung, der vielen Besucherinnen und Besuchern spürbar guttat.


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